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1882NuhnA

  

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[i] Annotation

Fragments from the book: Nuhn A. Lehrbuch der practischen Anatomie als Anleitung zu dem Präpariren im Secirsale (1882). The author discusses the anatomy and role of the ligamentum capitis femoris (LCF), considering it a synovial formation, a source of synovial fluid. The text in Russian is available at the following link: 1882NuhnA.


Quote, p. 175.

ß. Hüftgelenk (Articulatio coxae).

Dasselbe entspricht dem Schultergelenk und ist, gleich diesem, em Kugelgelenk; nur besitzt es zur Aufnahme des Gelenkkopfes eine tiefe, kugelig ausgehöhlte Gelenkpfanne (Acetabulum), die den Gelenkkopf (Caput femoris) zu einem grossen Theil umschliesst, daher auch als Nussgelenk (Enarthrosis) unterschieden Wird, obschon es nicht die Einrichtung der in der Mechanik angewendeten sog. Nuss, von der die Bezeichnung entlehnt wurde, besitzt. Auch unterscheidet es sich vom Schultergelenk noch durch das in seinem Innern gelegene Ligamentum teres femoris, welches den Grund der Pfanne mit dem Gelenkkopfe verbindet.

Die Theile, welche dieses Gelenk bilden, sind daher, ausser dem ihm eigenen Lig. teres, die gleichen, als am Schultergelenk, uämlich 1) die Synovialkapsel, 2) eine die letztere umschliessende äusserst kräftige Faserkapsel und 3) ein dem Rande des Acetabulum aufsitzendes faserknorpeliges Labrum glenoidale. 

 

Quote p. 178-179.

Runden Schenkelbands (Lig. teres femoris).

Dasselbe ist ein etwas abgeplatteter weicher Strang, der von der Fovea und Incisura acetabuli breit ausgeht und etwas verschmälert zu der höherstehenden Fovea capitis femoris fast senkrecht innerhalb der Pfanne emporsteigt. Sein Aussehen ist mit der einer grossen mit Fett, Bindegewebe und Gefässen erfüllter Synovialfalte vergleichbar und besteht auch wesentlich aus einer Synovialscheide, in deren Höhle Bündel von Bindegewebe mit Fettläppchen, ausserdem Blutgefässe, welche durch die Incisura acetabuli von aussen eintreten {Arteria acetabuli) oder durch dieselbe als Venen austreten (Vena acetabuli), sich befinden. Von einem Faserbande, das zu ähnlich mechanischen Leistungen befähigt wäre, wie sonst die Faserbänder es sind, findet sich im Innern dieser Synovialscheide, so gewöhnlich dies auch behauptet wird, nichts vor, wovon man sich nach Eröffnung des Hüftgelenkes und am Durchschnitt durch dasselbe leicht überzeugen kann.

Welche Bedeutung das Lig. teres für das Hüftgelenk habe, darüber hat man schon die verschiedensten Vermuthungen ausgesprochen. Meistentheils hat man ihm eine mechanische Leistung zugeschrieben, indem man es bald als Hemmungsband für gewisse Bewegungen, z. B. für Adduction des Oberschenkels, ansah, oder man glaubte, es solle durch Tragen des Beckens einen allzugrossen Druck des obern Umfanges der Gelenkpfanne auf den Kopf des Schenkelbeines bei der aufrechten Stellung vermindern. Zu solchen mechanischen Leistungen besitzt es indess nach seinem Bau gar keine Befähigung und bezüglich der ihm angewiesenen Hemmung der Bewegungen wäre gar nicht abzusehen, warum es als Hemmungsband in's Innere des Gelenkes verlegt worden sei, da eine Verstärkung der entsprechenden Wand der Faserkapsel diesem Zweck viel besser hätte entsprechen können. Allein auch abgesehen hiervon, wird die Richtigkeit der Annahme einer solchen mechanischen Leistung schon durch den Umstand widerlegt, dass wenn man das Hüftgelenk derart von der Beckenhöhle aus eröffnet, dass das fragliche Band an seinem Ursprünge nicht verletzt wird, man bei keinerlei Bewegung des Gelenkkopfes dasselbe in grössere Spannung treten sieht. Andererseits hatte man auch schon es als ein Leitband für Blutgefässe {Art. acetabuli) angesehen, welche zum Gelenkkopf geführt werden sollten, da dieser in zu grossem Umfange der Zufuhr von Blut von der Beinhaut her entbehren müsse. Allein diese an sich nicht wenig plausible Ansicht fand ihre Widerlegung dadurch, dass die Injection der Arterien des Bandes deutlich zeigt, dass dieselben nicht in den Schenkelkopf eingehen, sondern an der Grenze des Bandes schleifenförmig wieder umbiegen.

Um die wahre Bedeutung des Bandes zu erkennen, muss man erwägen, dass der Anschluss des Labrum glenoidale an dem Gelenkkopf ein so inniger ist, dass, nach völliger Entfernung der Gelenkkapsel, die umgebende Luft bei angewendetem Zuge auf den Gelenkkopf nicht in's innere des Gelenkes einzudringen vermag, und dass sonach die von der kynovialkapsel abgesonderte Synovia noch viel weniger eindringen wird, Ur& die Gelenkfläche in der Tiefe der Pfanne anzufeuchten. Um aber diesen tiefliegenden Theilen der Gelenkflächen nicht dauernd die Anzüchtung mit Synovia zu entziehen, musste nothwendig in diese Tiefe eine zweite Synovia liefernde Quelle gelegt werden, und diese ist das Ligamentum teres, das nur eine synoviale Bildung ist.



Fig. 18. Senkrechter Querdurchschnitt des Beckens mit dem Durchschnitt des Hüftgelenkes. U. Harnblase; R.Mastdarm; Vs. Samenblase der rechten Seite; ds. Samenleiter; iL M iltacus internus; fil. Fascia iliaca; ftr. Fascia transversalis; ani. innerer Leistenring; cri. oberer Schenkelring (ann. crur. internus); Gb. Gimbernat'sches Band; rct. M. rectus; ile. Art. iliaca externa; vil. Vena iliaca externa; epg. Art. epigastrica interna mit begleitenden Venen; obt. Arteria, Vena et Nervus obturatorius; obta. Anomale Arteria obturatoria, welche aus der Art. epigastrica kommend, hinter dem Lig. Gimbernati herabsteigt; plv.Fascia pelvis; plv'. inneres Blatt derselben; fo. Fascia obturatoria oder äusseres Blatt der Fascia pelvis; obi. Obturator internus; pud. Vasa pudenda und N. pudendus, zwischen zwei Blätter der Fase, obturatoria eingelegt; arc. Arcus tendineus fasciae pulvis; lev. M. levator ani; sph. Sphincter ani ext.; fp. Fossa perinaei s. anolschiadica; syn. Synovialhaut des Hüftgelenkes; ter. Lig. teres; lbr. Labrum glenoidale; cps. Faserkapsel.


 


Nuhn ALehrbuch der practischen Anatomie als Anleitung zu dem Präpariren im SecirsaleStuttgartFEnke, 1882. digi.ub.uni-heidelberg.de


Anton Nuhn (1814-1889) was a German anatomist, lecturer, prosector, professor at the institute of anatomy in Heidelberg. wikipedia.org

 

Anton Nuhn (before 1887)
Unknown photographer
; original in the wikipedia.org collection
(CC0 – Public Domain, fragment).


ligamentum capitis femoris, ligamentum teres, ligament of head of femur, anatomy, role, production of synovium



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