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1865RoseE


The author describes his own experiments on the hip joint and mentions the ligamentum capitis femoris (LCF). Edmund Rose noted that the LCF allowed the femoral head to be removed from the acetabulum more than 1½ inches (38.1 mm).

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Die Mechanik des Hüftgelenkes.

Von Dr. EDMUND ROSE, Docent der Chirurgie in Berlin.

Quote p. 528-530

Ich fuhr danach fort, die Weber'schen Experimente zwar nicht wörtlich nachzumachen, aber zur Controlle zu variiren, indem ich zunächst den Pfannenboden dicht oberhalb des untern Horns und neben dem Lig. teres von der Pfanne aus durchbohrte, um so die Kugel nicht zu verletzen, was bei umgekehrkehrter Richtung, da sich Pfanne und Kugel berühren, den Mechanikern unvermeidlich scheint (1), wonach dann freilich nothwendig der Schenkel stets herausfallen wird. Der Durchmesser des Lochs betrug 1/4 Zoll, allerdings wohl nicht ein «feines Loch» (2), wie will man aber sonst den Einfluss der Capillarattraction ausschliessen! Nachdem ich alles Bohrpulver vorsichtig entfernt, drückte ich jetzt den Kopf wieder hinein und hielt aussen den Finger auf dem Pfannenloch. Er sass fest, liess ich los, so fiel er, was ich mehrmals constatirte. «Dieser Versuch kann ja mit demselben Bein nach Belieben wiederholt warden und gelingt immer».

Als ich aber kaum 5 Minuten später diesen Versuch Jemanden zeigen wollte, misslang er vollständig; ich mochte den Finger darauf halten oder nicht, der Schenkel fiel stets herab, so weit es das Lig. teres zuliess. Ich sägte darauf von dem Schenkelkopf das Stück ab, was die Pfanne ausfüllt. Vielleicht glückte der Versuch, wenn so das Gewicht vermindert. Drückte ich es nun hinein, so sass es manchmal so fest, dass ich seine Sägefläche nach unten kehren konnte, wenn ich den Finger aussen auf das Loch drückte; zuweilen auch ohnedem. Meist sass es aber auf keine Weise fest, wobei es nach vielen Versuchen schliesslich blieb. Ich tauchte darauf beide Stücke des Gelenks, das noch überall glänzte, in Wasser, und die Kugelschale hing ohne Fingerdruck, selbst nachdem Lig. teres abgeschnitten und der ganze Inhalt der Fovea acetabuli entfernt, so dass die Luft freien Zutritt hatte. Bald glückte es aber nicht mehr; ich legte es dann nur wieder in's Wasser. Blieb es zu lange liegen, so ging es danach aber auch nicht . Diese beiden Gelenkstücke habe ich an der Luft trocknen lassen; stark muss man auf die Umgegend des Loches klopfen, ehe die Schale herausfällt.

1) Die Weber haben bei ihrem dritten Versuch das Bein in dem Augenblicke fallen sehen, «wo die Spitze des Bohrers die Pfanne eben durchbrochen hatte und den Schenkelkopf noch nicht berührte.» Bohrt man von der Beckenhöhle aus nach der Knorpelfläche durch und sieht nach jeder Bohrdrehung nach, so bemerkt man bald einen undurchbohrten Knorpelhügel entstehen, der sich vor der Durchbohrung über Messerrücken dick erhebt. Dieser Höcker verhindert natürlich das Haften. Nach einem derartigen Versuche mit einem feinen Bohrer drang sofort bei Bewegung Luft in die Gelenkkapsel, wie man aussen vom Pfannenrand sah, und es war danach ganz unmöglich, den Kopf wieder haften zu machen, man mochte das feine Loch offen lassen oder mit dem Finger schliessen. Der Schenkelstumpf war dabei nur durch die Last seiner Muskeln beschwert, die zum Theil vorher, zum Theil hinterher durchschnitten waren. Es gelang auch nicht, uachdem ich innen die Oeffnung umschnitten und möglichst geglättet. Ganz eben so erfolglos war ich an der andern Hüfte gewesen, die ich erst herausgenommen, dann eben so fein im oberen Horn durchbohrt und in der Pfanne am Bohrloch geglättet hatte mit Ausnahme der ersten Augenblicke, wo wirklich der hineingepresste Kopf haftete. Er sass da aber auch ohne Fingerschluss fest, und zwar anscheinend nicht weniger, wie wenn man es zuhielt. Beide Bohrlöcher waren sehr fein, etwa vom Durchmesser einer Linie.

Auch die Brüder Weber haben nicht gleiche Resultate stets erzielt, weil «beim Herausnehmen des Gelenkes die Incisura acetabuli zu sehr entblösst war, so dass die Luft das in derselben befindliche Fett und Zellgewebe in sie hineindrängte und das Gewicht am Stumpf schon in freier Luft beide Gelenkflächen etwas von einander entfernte.»

In diesen beiden Fällen hatte ich die Incisur sogar von den Muskeln bedeckt gelassen; durch Gesicht und Gefühl konnte man sich leicht überzeugen, dass hier dasselbe mit den Muskeln vor sich ging, wie die Weber dort von dem Fett in der «zu sehr entblössten Incisura acetabuli» schildern.

Das Hineindrängen wird nicht durch die zu grosse Entblössung veranlasst, weil kein Platz da ist, wo etwas könnte hineingedrängt werden unter normalen Verhältnissen, und weil es sonst auch ohne Entblössung dazu kommt. Es ist eben die erste Folge davon, dass die Gelenkflächen nicht mehr dicht an einander haften und loslassen, abreissen. Haften sie doch manchmal auch nach dem Ausschneiden der Weichtheile aus der ganzen Fovea acetabuli (freilich nicht so sicher wie bei Lebzeiten, wo die Verdunstung der Schmiere verhindert ist); und dann hat die Luft doch den freiesten Zutritt.

2) Im vierten Abschnitt wird nachgewiesen werden, dass, je grösser das Loch, um so auffallender der Unterschied in der Belastung ist, welche mit oder ohne Verschluss desselben (durch den Finger) tragbar ist.

Quote p. 536

Die Brüder Weber haben nun auch unter dem Recipienten der Luftpumpe ein Schenkelpräparat befestigt und beobachtet, dass der Schenkelkopf mit 2 Pfd. belastet, sowie die Barometerprobe auf 3 Zoll sank, herausfiel, soweit es sein rundes Band zuliess (über 1½ Zoll). 


External links

Rose E. Zur Mechanik des Huftgelenks. Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin. Leipzig: Veit et comp, 1865:521-557. [babel.hathitrust.org]

Authors & Affiliations

Edmund Rose (1836-1914) was a German surgeon, he was a professor of surgery at the University Hospital of Zurich, and afterwards a professor at the Bethanien Hospital in Berlin. [wikipedia.org]

Edmund Rose (ca. 1880)
Author: F. Baruch; original in the wikimedia.org collection
(CC0 – Public Domain, no changes)

Keywords

ligamentum capitis femoris, ligamentum teres, ligament of head of femur, role, experiment, function, translational movements

                                                                     .

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